Auszüge aus dem Satirebuch "Alles Kacke!"

Ansichten vom King des Plattenbaus Herbert S.

 

Herbert S. in den Krallendes Internets

 

Die moderne Welt blogt, vlogt, twittert, betätigt sich als Spanner bei „youtube“, e-mailt und simst wie der Teufel! Jetzt muss ich „internettisch“ lernen. Damit ich up to date bin, auf der Höhe der Zeit und damit „kuhl“ oder wie die Kacke sonst noch heißt. Bine meinte, sie blamiere sich mit mir in ihrem Freundinnenkreis, weil diese Tanten da alle in irgendeinem „Gesichterbuch“ drin wären oder mal in der Welt ´rumtwittern. Das heißt wohl zwitschern auf deutsch. Das habe ich mal erfragt. Zwitschern trifft den Kern aber nicht vollständig. Plappern, gackern, quaken und schnattern wäre wohl da wohl zutreffender bei Bines Quasseltanten! Oder tratschen und klatschen! Oder Intrigen schmieden! Bine erwartete ernsthaft von mir, an meiner sozialen Kompetenz zu arbeiten, indem ich die elektronischen Segnungen dafür nutzen soll, meinen Freundeskreis zu erweitern! Da muss ich jetzt wohl innerhalb dieses „Gesichtsbuches“ „schätten“ um ernst genommen zu werden? „Facebook Dot com“ soll der Zauberbegriff heißen!

„Punkt com!“ behauptete ich verwirrt. „ Dott komm! Hörrbi! Dott komm!“ Bine erhob ihre Stimme samt Augenbrauen. Wer soll kommen? Dott? Ja, wo bin ich denn? Mein Gott! O Dott! Ich musste mich von meiner Bine doch nicht mit solch einer Flüssigfäkalie begießen lassen! Das so genannte „Dott“ ist doch erwiesenermaßen ein Punkt! Punktum! Kein irgendwelches Dotter! Für mich war dieser kleine grammatikalische Klecks vor „com“ oder „de“ oder vor was auch immer sonst bisher ein Punkt! Kruzitürken! Und nun auf einmal - gefangen im weltweiten Netz, im „Net“ oder im „web“ -  heißt es plötzlich „Dott“! Schon irre, was? Mir blieb wohl nichts anderes übrig, als mich anzupassen, damit ich bei Bine und unserm Jens nicht ganz an Respekt verliere und als „seniler Schimmeltiger“ im Fach „Anachronismen der Neuzeit“ abgelegt werde. Bloß, wo sollte das hinführen? Sollte ich mir jetzt mit Erwin, Kutte und Hotte E-mail- und Twitterschlachten liefern und da Infos über mich ´reinstellen, die meine Kumpels sowieso schon wissen? Beim Bier ließ sich das alles bequemer bequasseln, da wir uns ja regelmäßig sahen. Ich  pflegete meine Kontakte von Mensch zu Mensch! Und zwar „Leifhaftig“!

 

 

 

Und ich sah auch nicht ein, weshalb ich auf einmal dreitausend so genannte Freunde dazu gewinnen sollte, um denen zuzuzwitschern oder mit Chats beballern soll, was ich gestern gegessen habe, was ich von Justin Bieber halte, wie man zur Steigerung der Mopsgröße im Verhältnis zum Intelligenzgrad vom Hirn-Fliegengewicht Katzenberger eine Wahrscheinlichkeitsrechnungsformel erstellen kann und wie peinlich mir das war, als ich beim Matratzensport mit Bine einen fahren ließ. „Freunde“ im Internet! Selten solch einen vergleichbaren Schwachsinn gehört. Das letzte mal von Frau Außenminister zum Thema „spätrömische Dekadenz“!Und dann muss „gebloggt“ werden, was das Zeug hält! Meinungen und Ansichten von uninteressanten Leuten, die ihr Verbalwasser nicht halten können zu Themen, die keinen echt interessieren. Das nenn’ ich geistige Inkontinenz! Mit diesem „Wasser“ werden dann geistige Stilblüten weltweit gedüngt! Aber ich will nicht abschweifen, denn mit echter Kommunikation hat das Ganze genauso wenig zu tun wie ich mit Bines Freundin Renate! Eher mit Information! Aber auch da kann man manchmal anderer Meinung sein. Obwohl…gewisse spezielle Arten von Information werden doch verteilt- egal, ob wichtig oder nicht! Aber meistens allenfalls Informationen über die Schreiberlinge selbst. Auch Dinge, die diese eigentlich gar nicht preisgeben wollten! Hä! Ich als User könnte es hacken und krachen lassen, wenn ich es bloß könnte! Vielleicht auch zugreifen auf die Datenbanken von Flensburg, um meine Punktebilanz jungfräulich zu gestalten oder – meine Steuersünden unserem Bezirksbürgermeister anzulasten oder - was noch witziger und dazu noch wirksamer wäre: ein Kontaktprofil von Nachbarin Erika Hefe auf die Pornoseite von „deutsche- Hausfrauen – von - hinten“ stellen! DAS wäre GEIL!!! Ein Profil von Schwiegermutter auf diese Web-Seite „dingsen“!

 

 

 

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Herbert  S. erklärt Deutschland und Europa

 

Überall soll gespendet werden: Fünf Euro für die Arterhaltung der Tiger in Asien, fünf Euro für die Hunde auf Mallorca, fünf Euro gegen den Walfang, fünf Euro für Krötenwanderwege oder gleich mehrmals fünf Euro für Hartz vier! „Hahahahahaaa! War’ n Witz! Ein echter Brüller!“ Sollen die faulen, römisch –dekadenten Nichtstuer doch zusehen, dass sie wieder in Arbeit kommen und nicht beispielsweise immer nur die Hand aufhalten, damit Väterchen Staat ihnen da was ´reinschmeißt! Und möglichst immer noch Kinder machen, bis zum Abwinken, damit die dann auch die Hand aufhalten! In Abwandlung eines bekannten Spruches eines bekannten amerikanischen Präsidenten könnten wir doch sagen: “Fragt nicht, was die Regierung für euch tun kann, sondern lieber, was ihr für die Regierung tun könnt!“ Zum Beispiel: Die Typen da nicht immer so unter Druck setzen! Wie soll man denn da in Ruhe regieren, wenn man unter Druck steht? Die armen Regierungen! Es hat den Anschein, als leideten die alle unter ein und derselben Krankheit, die heißt „ethisch-moralische Amnesie“. Ich würde es eher „progressive Paralyse“ nennen – voranschreitende Gehirnerweichung! Halt! Stopp! Kommando zurück! Alles falsch! Es müsste ja etwas vorhanden sein, das erweichen könnte! Manchmal habe ich aber da so meine leisen Zweifel! Beleuchten wir doch beispielsweise mal das deutsche Regierungsphänomen im „Haus Deutschland“ vor der Kulissenlandschaft „Europa“! Meine Bine denkt ja immer von mir, ich sei manchmal so ein fauler Sack, der immer zu allem „Ja und Amen“ sagt, damit er seine Ruhe habe. Weil dem nicht so ist, überraschte ich sie jetzt mit meinem Gedankenprojekt, für das ich beim Film glatt einen „Oscar“ kriegen müsste und habe ihr gesagt: „Bine, pass auf, was dein Hörrbi dir jetzt aufzeigt! Stell’ dir folgende Szenerie vor: Unsere Wohnung ist Deutschland und unser Plattenbau hier in der Sudelfinger Strasse ist Europa …“Ihrem Blick sah ich an, dass sie ganz schnell in ihrem Gedächtniskasten nach der Nummer von Eckehardt kramte. Ecke ist Psychiater. Bine hat mir schon oft unverhohlen ins Gesicht gesagt, dass ich mal zu Ecke auf die Couch sollte.

Er hätte schließlich auch damals Renates Mann und auch Schwiegermutter in einigen Situationen mit Analyse und Rat zur Seite gestanden. Na ja, wie ich Schwiegermutter kenne, hat nicht Ecke ihr zur Seite gestanden, sondern sie hat ihn an die Wand gedrückt! Eine ihrer liebsten Übungen offenbar. Anders kann ich mir nicht erklären, wieso ein dreidimensionales Wesen - ein Mensch, also auch Schwiegervater – optisch wie zweidimensional wirkt, sofern er mit Schwiegermutter irgendwo zusammen gesehen wird. Er – zierlich und platt wie eine aufrecht gehende Flunder… sie – wuchtig und dominierend. „Bine, also zurück zu Deutschland! Da musst du dir das so vorstellen wie eine Familie, die eine Wohnung hat. Der Mann schafft die ganze Kohle ins Haus, die Frau gibt sie wieder aus. Also eine ganz normale Familie.“ Bine suchte jetzt nach Eckes Nummer in ihrer unergründlichen Handtasche. “ So- und nun sagt irgendwann der Verdiener: Boah! Eyh! Ist ja voll öde, immer nur zu arbeiten, dann die ganzen Erledigungen, wie Behördengänge, Briefe in den Briefkasten stecken, sich vielleicht mal um Handwerker kümmern müssen, Auto waschen, ständig der Trabbel mit dem Aufzug in unserer Platte… immer muss man sich um irgendwas kümmern, und jetzt, Bine! Jetzt hätten wir zwei beide die Idee: Wir stellen so einen Typen ein - nennen wir ihn Herrn X - der den ganzen Alltag managt, den Haushalt, und die Kinder, auch die Korrespondenz, die Behördenwege, und den Haushaltsplan, das Einkaufen, das öde Gequassel mit den Nachbarn übernimmt, einen also, der einem einfach alles abnimmt … auch die ganzen Bankgeschäfte … einfach einer, der praktisch unser Haushaltsmanager wird!“ Bine fragte nun: „ Ach – und wie soll der bezahlt werden, du Schlaumeier?“ fragte Bine. „ Ist doch nur erst einmal nur symbolisch gemeint, damit du hinter die ganze Szenerie schaust, die ich dir hier aufbaue. Ich will dir ja doch nur Deutschland erklären!“ O Mann!! Frauen kann man nicht mit Visionen und Inspiration kommen! Die haben dafür kein Gefühl, die vermuten gleich immer, dass der Haushaltsvorstand - also ich – alles völlig umkrempeln und Ernst machen will, ohne nachzudenken! Damit muss unsereins eben leben!

 

 

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Herbert  S. und der öffentliche Nahverkehr

 

Wer meint, dass öffentlicher Nahverkehr die alltäglichste Sache von der Welt sei, hat meiner Meinung nach ein gestörtes Verhältnis zur Sexualität! Sich da von jedem zugucken zu lassen, wenn man es mit jemandem treibt, kann schon ein Riesending sein – rein symbolisch gesprochen! Macht sich vor allem nicht gut im Berufsverkehr oder wenn die Kids zur Schule fahren! Nun hat sich ja alles Mögliche seit der alten Postkutschezeit völlig verändert! Damals holte der Graf von Nierenstein seine Mätresse Francesca Freifrau von Blasenburg noch in seiner Kalesche ab und dann eilte man „rumms-heidi und jupp-heida“ über Stock und Stein der gräflichen Burg zu, und weil während der Fahrt die Karosse so hoppelte, dass den Gäulen die Prothesen aus dem Maul fielen, war dies immer eine gute Gelegenheit, der Freifrau eine kleine handgreifliche lustvolle Bedrängnis zuzumuten. Man musste sich ja abstützen beziehungsweise festhalten! Und welche Dame von Welt war denn da nicht gerne behilflich! Soviel zum „öffentlichen Nahverkehr“ aus historischer Sicht! Damals hatte der Begriff „Nahverkehr“ noch eine ganz eigene Bedeutung! Wollte man heute diesen Begriff rein aus der Sicht des kopulierbereiten Menschen betrachten und ihn ernst nehmen, hätte man allerdings gleich die Polizei auf dem Hals, den Regenschirm einer „belästigten Frau“ im Arsch oder den Ruf eines sexsüchtigen Monsters auf die Stirn gemeißelt bekommen! Wie man daran leicht erkennt, hält der öffentliche Nahverkehr tausende von Fallstricken bereit, denn die stellenweise Überfüllung der öffentliche Verkehrsmittel bei Bus und Bahn produziert von selbst missverständliche Situationen, für die man sich laufend entschuldigen müsste! Der Begriff „Nahverkehr zu Stoßzeiten“ ist sooo trügerisch! „Ersatzverkehr“ ist auch so ein  missverständlicher Begriff! So bezeichnet man den für eine möglichst kurze Zeit aufgrund einer Betriebsstörung eingerichteten „Notverkehr“. Ich habe versucht, mit dieser Definition bei meiner Bine ein gewisses Verständnis für einen „Puff-Besuch“ während ihrer monatlichen „Betriebsstörung“ zu erheischen. Satz mit „X“! War wohl nix!

Weil unser Micra kurzzeitig den Geist aufgegeben hatte, saß ich nun hier in der „Tram“, um zur Maloche zu fahren! Was weiß ich, was das ist: eine „Tram“? Sind wir hier in Österreich oder in Süddeutschland bei den Bayernknödeln? Bevor wir ein Auto hatten, bin ich mit der Straßenbahn gefahren! Und ganz früher mit der „Elektrischen“! Aber seit wir alle Freiheiten haben, heißt das Ding nun „Tram“! Tamteramm trammtramm! Völliger Blödsinn! Also saß ich hier nun und ließ mich durch die Gegend übern Alex schaukeln. Hier in der sogenannten Tram haben viele Typen zusammen den IQ einer Grapefruit! Einige tragen so einen leeren Blick zur Schau. Besonders die ganz jungen Typen. Die meisten sind total bestöpselt, gepierct und befummeln ihre Handys. Die junge Mieze mir gegenüber schien blind zu sein, nur für ihren Eyeliner schien das Augenlicht auszureichen… Und auch die telefonierte. Als erstes fiel mir ihr Schmollmund auf; zwar konnte ich ihre Beine, die sie offenbar unter den Sitz geklemmt hatte, nicht sehen, aber ich vermutete, dass sie bis zu ihren Achselhöhlen reichten. Zweifellos hatte sie um die Fußknöchel mindestens zwei Tätowierungen. Und Körbchengröße „75 Doppel- D“! Ich konnte sie von Anfang an nicht leiden. Es überraschte mich, dass diese Silikonfabrik beim Telefonieren überhaupt einen vollständigen Satz herausbrachte, obwohl der so richtig Scheiße war: “Ja, Sylvie. Boah! Eyh! Du weißt, ich tu an ihm hängen! Und er an mich! Das ist der, der, wo mich lieben tut!“ Wie ich aus ihrem Geplapper ’raus hören tutete, kam sie aus Wuppertal! WUPPERTAL! An der WUPPER!

Das passte ja!

 

 

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Herbert  S. und die Reklamewelle

 

Bine hatte mich doch tatsächlich dazu ´rumgekriegt, mit ihr einkaufen zu gehen, Sie nennt das „shoppen“ und tut so, als wenn wir auf einer Flaniermeile in London, New York, Paris oder Kapstadt tingeln gehen. Und ich dachte, wir gehen mal kurz los, kaufen das Nötigste wie Lebensmittel, Bier und so und kommen dann gleich wieder. Falsch gedacht! Bei Bines Anweisungen muss ich weder denken noch interpretieren, sondern einfach nur gehorchen. Das scheint wohl das Geheimnis unserer langjährigen Ehe zu sein! Ich konnte gar nicht so schnell denken und –schwupp- waren wir auf dem Kudamm! Und da musste ich mit ihr rauf und runter, hin und zurück, kreuz und quer! Nach oben und nach unten hätte noch gefehlt! Bis wir eine Parklücke gefunden hatten, war der halbe Tag ´rum. Ich wusste bisher nicht, dass es so viele Schuhgeschäfte, Modeboutiquen, Parfümerien und Kosmetiksalons auf einen Haufen gibt! Bei dreihundert habe ich aufgehört zu zählen. Natürlich alles nur für die Frau! Ich war völlig fertig und verstand meine Bine jetzt erst richtig, warum sie, wenn ich von der Maloche komme, meine Pantoffeln nehme und die Beine auf die Couch legen will, zu mir sagt: „ Hörrbi, ich bin ja so kaputt vom Laufen, den ganzen Tag immer hin und her! Nachdem du dir auf der Arbeit einen faulen Lenz gemacht hast, liegst du hier schon wieder herum - kaum, dass du zu Hause bist! Dass mir fast die Füße abfallen, interessiert dich nicht! Du bist so ein Egoist!“

Sonst geht sie ja öfter mit ihrer Freundin Renate shoppen, aber es gibt Tage, da muss ich ran! Natürlich zum Tüten,- Beutel und Pakete tragen. Schwiegervater hatte mich damals vorgewarnt, aber ich wollte nicht wahr- haben, dass mich mal ein ähnlich tragisches Schicksal wie das seine ereilen könnte. Weil: Bei Schwiegermutter hatte er mehr zu schleppen, denn so ein Schreitbagger, wie sie, kommt ja mit zwei bis drei Zirkuszelten, die befördert werden wollen, nicht aus! Nun hat Bine im Laufe der Zeit auch ein wenig zugelegt. Bei weitem natürlich nicht soviel wie ihre Mutter, aber meine Wirbelsäule und die Gelenke sind auch nicht unbegrenzt belastbar!

…Als ich alles nach bestem Wissen und Gewissen angerichtet und aufgetafelt hatte und wir noch beim Essen waren, warf ich schon die Glotze an und mich selbst mit vollem Mund gleich schwungvoll in den Sessel! Achtzehn Uhr dreißig, Fußball: Deutschland gegen Ungarn sollte im Zweiten laufen. Jensi wollte sich auch das Spiel ansehen. Erst kam wieder mal Werbung. Mir fiel fast der Bissen aus dem Mund, als ich hörte und sah, was da beworben wurde! „ELLEN“ der Tampon, der mehr kann! Mit Wirkeffekt! Dass die Frau dann nicht mehr so riechen muss, sondern sich zusätzlich noch trocken, sauber und weich fühlen würde – so unten ´rum! Als Sahnehäubchen dann noch obendrauf: Werbung für Slipeinlagen, die die Nässe bei Blasenschwäche aufhalten, die für Frauen ab einem gewissen Alter typisch sein können! sicher und ohne Spuren! Und –noch besser: Werbung für Gleitcreme! Damit Frauen Sex intensiver erleben! Na, ich als Herbert kann mir vorstellen: Wenn’ frau es an einer andern Stelle will, kann Gleitcreme sehr nützlich sein. Aber beim Abendbrot und vor Kindern? Da könnte man ja gleich im Kinderprogramm Werbung für vögelnde „Teletubbie“ -Puppen machen! Der Jensi fragte seine Mutter, warum die Frau im Fernsehen sagt, dass Mami sich so einen Wattestöpsel irgendwo ´reinstecken sollte, wie man den wieder ´rauskriegt und was man damit anschließend macht! „Wirkeffekt“ Jaaah! „Würgeffekt“!

Und weil die Werbefuzzies wissen, dass „normale“ Eltern selbst am Pfingstmontag um 10 Uhr 40  nichts mit den Kindern unternehmen, sondern die Kinder brav vor der Glotze abstellen, wird mal schnell zwischen „Pipi Langstrumpf“, „Sponge bob“ und einer Wissenssendung für Kinder Werbung reingehauen, völlig frei von professioneller Zielgruppenansprache!
Ohne Rücksicht darauf, ob es die richtigen Kunden trifft oder nicht: (SCHEIDENPILZ MIT VAGINALPILLE erfolgreich bekämpfen!) … Musst du die ´runter schlucken, Mami, oder unten da so ´reinstecken? Hat Mami so einen Scheidungspilz, Papi? Und, Mami, Jens und ich haben gehört, als wir Gummibärchen gelutscht haben, dass man hier zusätzlich noch eine Cremè für deine Scheidenöffnung nehmen kann! … Kinder! Mittagessen ist fertig!Ich selbst auch! Ich erwartete, dass mir auch beim Abendbrot schlecht wurde. „Würg!““Kotz!“ Unser Jens hatte ja Bauchschmerzen, dem war schon übel. „Mami, das ist interessanter als Pimmelkunde in der Schule!“ „Jens! Was sagst du denn da?“ empörte sich Bine so nebenbei, denn sie war ja mit Renate beschäftigt. „So nennen wir den Sexualkundeunterricht bei Frau Liebetanz, um sie ein bißchen zu ärgern!“ Hähä! Ganz mein Sohn! Auf einmal hörte ich etwas von Darmflora und Intimflora und als ich mir eine Scheibe Romadur aufs Knäcke legen wollte, wurde für schöne Füße geworben, und wie man mit bestimmten Innovativprodukten am besten Hornhaut von den Sohlen gerubbelt kriegt, wie man Ohrenschmalz beseitigt und so weiter! Dann, als, ich mir einen Klacks Blutwurst genehmigen wollte, wurde Reklame gemacht für den „Scharzen Riesen“ – einen WC-Reiniger, der sogar die stärksten Verunreinigungen beseitigt -gleich welcher Art- “, dann wurde empfohlen, mit welchen Mitteln man eklige Pickel im Gesicht wegmacht, auch stinkenden Achselschweiß samt gelben Schwitzflecken und mit welchem besten Mittel man Mundgeruch beseitigt. Und alle Werbepersonen sahen dabei so glücklich und befriedigt aus! Und das alles zur Abendbrotzeit mit Kindern am Tisch! Das nenne ich „echte“ Vorbereitung auf das Leben! Elternhaus und Schule werden für diese Aufgabe offenbar nicht mehr so gebraucht, denn die lieben Werbeonkels und die Fernsehintendanten übernehmen das! Ich aber für meine Begriffe fand früher schon immer interessanter, was in Tageszeitungen drin ist. Ich meine nicht die unzähligen Werbezettel und Prospekte, mit denen man wieder die Papiertonne füllt, ohne sie zu lesen, sondern die Anzeigen, in denen die geile Lola ihre Möpse zum Schaukeln anbietet, oder die blonde Katrin, die ihre Beine soweit auseinanderkriegt, dass man von außen und von unten ihre Rachenmandeln sehen kann oder von der Lackleder-Tamara, die eine geile Peitsche schwingt! Bei Kindern muss man da keine Angst haben, ob die mitkriegen, dass diese Frauen ihre Mütter sein könnten! Bloß ganz anders - denn Kinder lesen keine Zeitung! Jedenfalls nicht unser Jens! Anders geht’s natürlich beim Fernsehen zu, wenn es schon nachmittags heißt: „0130/695353 - Rrrruf an!“ Da hat Bibi Blocksberg keine Chance. Höchstens „Spongebob“! Und! „Töörrööö“, denn der hat zwei Schwänze!

Ich warte darauf, dass Kika die Zeichen der Zeit erkennt und schnell „Latte“ macht! Die Konkurrenz schläft eben nicht

 

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